Mein Kopf ist über Tag jetzt oft angestrengt. Ich weiß immer nicht so recht: raus in den Garten oder lieber wieder hinein in die Wohnung. Das Wetter ist so hässlich! Der Garten sieht aus … wie meine Schwanzspitze, wenn ihr noch wisst, was ich damit meine. Alles zerzaust. Von den hohen Bäumen schimpfen sogar die Vögel nach unten. Wahrscheinlich gefällt denen auch nicht, wie es auf meiner schönen Wiese am Biotop aussieht. Die Mäuse, die rieche ich noch immer. Aber kaum eine lässt sich sehen, bin ich in der Nähe. Ob die wissen, dass ich sie gerne fange? Oder ist denen einfach zu nass auf der Erde?

 

Schließlich gibt es niemanden, der die Mäuse abtrocknet, wenn sie nass werden. Bin ich froh, dass ich meinen Freund Sascha kenne und seine liebe Steffi, die immer so schön mit mir spielt. Ich tobe für mein Leben gern, am besten ganz zeitig, wenn es draußen noch grau ist. Mein neuestes Spiel kann ich euch leider nicht zeigen. Es gibt davon noch gar keine Fotos. Wahrscheinlich wird Sascha langsam alt. Schnell ist er jedenfalls nicht mehr.

 

Mein neuestes Spiel ist das Verstecken. Einfach ganz herrlich! Meine zwei Freunde finden mich selten. Die stehen sogar nachts auf, bin ich mal nicht zu sehen. Jetzt, wo ich fast schon erwachsen bin, muss ich doch nicht mehr mit den Hühnern schlafen gehen! Also sehe ich gar nicht ein, dass meine zwei Freunde immer mitkriegen müssen, wann und wo ich schlafe und träume. Das ist allein meine Sache, basta! Dann suchen die mich aber ... das ist zum Aufregen ... in allen Räumen. Sie rufen mich beim Namen und denken, ich falle darauf herein, wenn sie fast „flöten“, als wollten sie für mich ein Konzert geben. Also bleibe ich in meinen Verstecken und mache mir nichts aus allem, püh! Ich liebe es, im Kasten unter der großen Couch zu liegen. Dorthin komme ich immer auf Wegen, auf denen mich sogar Steffi nur selten wahrnimmt, verschwinde ich hinter der Rückenlehne. Steffi lacht immer so schön, wenn ich dann unter ihr Rabbatz mache, während sie oben drüber ausruhen möchte und in die Ferne sieht. Bei Sascha geht mein Spiel noch besser, denn der glaubt, dass ich nicht überall sein kann, weil ich nun schon eine große Katze bin, wie er immer sagt. Ist mein Freund im Schlafzimmer, laufe ich immer mit und dann geht es los: Heidiwitzka! Ich verschwinde wie ein los gelassenes Flaschenteufelchen hinter der Truhe, der Kommode, dem Stuhl und dann: IM BETT … Naja, eigentlich unten drunter. Doch ganz richtig ist das auch nicht, denn ich kann gar nicht darunter. Diese Verkleidung vom Bett geht bis zum Fußboden ...

Aber … !!! Sascha stellt immer das Kopfteil auf seiner Liegeseite etwas schräg. Dort ergibt sich eine kleine Spalte, die gehört nur mir allein. Ich bin sehr gelenkig und komme also ganz prima durch diese Spalte in den Bettkasten. Sascha lacht immer, wenn er mich dort sieht. Zu seiner Steffi sagt er dann kopfschüttelnd: „Unser Ypsilon kriecht nicht in den Bettkasten, iwo! Das Ypsilon „gleitet“ so elegant hinein wie ein Schwimmer vom Beckenrand ins Wasser springt, sogar mit gestreckten Hinterbeinen.“ Meinegüte! Was ist daran so besonders? 

 


 

So vergehen nun also meine Wintertage. Morgen muss ich gleich mal nachschauen, ob überhaupt in der Küche noch Platz für mich ist. Auf der Anrichte, auf welcher für mich stets das Reserve-Futter in Dosen und Tüten herum steht, kann ich schon gar nicht mehr sitzen. Diese Töpfe und Schüsseln, die sich dort aneinander reihen sind alle voll mit Pfefferkuchen. 


Das ist Weihnachtsgebäck, sagt Steffi. Aber obwohl Weihnachten noch gar nicht dran ist, geht sie da gerne schon ran und nascht :-) Ich feixe mir dann eins. Aber ich verrate sie nicht. Ehrenwort!

 

Macht`s gut, bis zum nächsten Jahr!

 

Euer Ypsilon