Ja, das Wiegen und das Messen …

Liebe Gäste!

 

 

Es ist November und so grau draußen. Jeden Tag ist es morgens anders, komme ich hinaus in den großen Garten. Ich schaue in die Luft, sehe aber keine Insekten. Dann laufe ich Richtung Kompost, doch dort raschelt es nicht mehr. Herr und Frau Igel sind mit ihren Kindern bestimmt schon im Winterquartier und das ist nicht bei uns. Das denke ich mir so, weil nichts mehr raschelt und grunzt. Also flitze ich an Nachbars Zaun dort, wo die hohen Bäume stehen. Oben, auf den höchsten Ästen, sausen die Eichkater hin und her. Sie spielen entweder „Fangen“ oder es ist Turnstunde bei denen. Das hört sich an! Laut und wie ein Schnattern. Die können offenbar gar nicht so leise sein wie ich …


Zwei Tage schon fing ich keine Maus für meinen Freund Sascha. Doch mir scheint, er vermisst nicht, dass ich ihm eine Maus vor die Füße lege. Nie fragt er nach! schmoll*

Stattdessen kommt er heute auf die Idee, dass ich wieder auf die Waage soll. Fresse ich zu wenig? Will Sascha doch, dass ich mir wieder eine Maus besorge? Ich weiß es nicht! :hach:


Steffi ist neuerdings über Tag immer ganz müde. Ich höre oft, dass Sascha sagt: „Leg` dich doch hin, Schatz!“ Das ist ganz richtig so. Ich muss auch jeden Tag eine Mittagspause einhalten, in der ich nicht nach draußen darf. Meine Freundin Steffi, die nämlich nur nachts arbeiten geht, braucht also mittags auch eine große Pause. Richtig fair ist das. Sonst würde ich mich bei den Beiden ganz laut beschweren.


Meine Mittagspause ist heute ziemlich lang. Sie dauert bis morgen. Was man hier doch alles so „hinten herum“ erfährt!!! Ich rege mich auf. Da kommt Sascha mit seiner ollen Waage. Das ist so ein Ding, wo die Beiden immer drüber sprechen, als sei es schon älter als ihre Füße. Das Ding klappert. Oben drauf ist eine Schale, die glänzt. Schaue ich da hin, sehe ich eine Katze. Die lacht immer dann, wenn ich auch lache und sie gähnt, sobald ich gähne. Das ist putzig. Ich finde es lustig und die Katze in der blanken Schale scheint genauso zu denken.

 

Na warte, Sascha! Ich flegele mich jetzt in meine Schale und tue so, als ob ich schlafe. Dann merkst Du schon beim Anheben, dass ich kein Leichtgewicht mehr bin!

 

Mittelgewicht, mindestens - beim Katzenboxen! 

Schaut, wie brav ich in meiner Schale sitze während des Wiegens! Stress machen bringt gar nichts. Da dauert die Prozedur nur noch länger. Mit der Waage ist es einfach. Viel komischer ist das Messen meiner Körperlänge …


Dazu stellen sich meine beiden Freunde wahrlich ungeschickt an. Die brauchen mich doch nur fragen, ob ich mir gerne gleichzeitig vorn an die Nase und hinten an den Schwanz greifen lasse. Stellt euch vor, das würde mit euch so gemacht! Prost Mahlzeit! Nein danke! … All das würdet ihr sagen, rufen oder protestieren. Aber ich? Ich komme gar nicht dazu ...


Ich werde einfach „vermessen“ und das geht so:


Meist frühmorgens liege ich noch faul in der Wohnung herum. Damit ich nichts verpasse, liege ich natürlich am liebsten zwischen geöffneten Türen. Unsere Türen sind recht breit und so strecke und recke ich mich vom Feinsten. Meine beiden Freunde sind von meinen akrobatischen Verrenkungen immer fasziniert. Kommen die an mir vorbei, gibt es für mich extra Streicheleinheiten. Irgendwann meinen die Beiden dann, dass ich so am besten zu „vermessen“ sei. Zuerst versuchen sie es mit einem Band. Das rollen sie aus. Dann ist es lang und wird mir an die Seite gehalten. Ich greife zu und schwupps … ist das Band meine, hurra!!! Dann sause ich weg, ganz fix. Durch alle Zimmer und verstecke mich, natürlich mit dem Band. Ein schönes Spiel! Nur leider scheint es meinen Freunden nicht zu gefallen. Sie wollen immer nur ihr Band zurück.


Mein Spiel macht denen gar keinen Spaß. Also schmolle ich. Das ist immer sehr wirksam. Ich lege mich wieder zwischen die Türen und strecke mich, bis meine Vorderpfötchen am Holz anstoßen und mein Schwanz auch an etwas, das ich allerdings nicht sehen kann. Mein Schwanz ist hinten und ich bin keine Fliege mit Augen auf dem Rücken. Ich spüre stets nur, dass mein Schwanz hinten keinen Platz bekommt, um zu liegen. Also halte ich den schön in die Höhe. Das ärgert Sascha. Der will immer noch wissen, wie lang ich bin. Er holt dann zwei kleine Stöckchen. Einen legt er vor mich hin dort, wo meine Vorderpfötchen sich anlehnen. Das andere Stöckchen legt er irgendwo hinter mich und glaubt, dass ich das nicht merke. Stöckchen sind aber auch ganz feine Spielzeuge für mich. Ich brauche bloss ein bisschen mit meinem Schwanz wedeln oder mit den Vorderpfötchen, schon sind die Stöckchen fort - ha,ha!


Nun kommt Steffi ins Spiel. Sie streichelt mich und möchte, dass ich ruhig liegen bleibe. Was die Beiden da bloss von mir erwarten! Ich, am frühen Morgen und ruhig liegen bleiben - geht gar nicht! Meine Power ist so enorm, dass mir jederzeit die tollsten Aktionen einfallen.


Ich schätze mal, in vier Wochen schaffen es die Beiden, mich einmal zu „vermessen“. Das ist immer dann, sobald ich müde auf dem Bett herum liege. So richtig entspannt kann man mich sogar in die Länge ziehen ohne, dass ich murre oder kratze. Yoga ist nämlich was Feines. Da hält die Zeit an, alles ist gut und ich träume.


Pimaldaumen bin ich jetzt, ganz entspannt und völlig gestreckt, zirka 80 Zentimeter lang, mit „Schwänzchen in die Höh ...“, sonst ganz sicher 1,10 Meter. Wer es nicht glaubt, sollte versuchen, die eigenen Katzen daheim zu „vermessen“. Das ist gar nicht so einfach. Ich kann es bestätigen.

Komisch, meine beiden Freunde kamen noch nie auf den Gedanken, meine Körperhöhe zu messen, schnurr*** Dabei kann ich den elegantesten und höchsten Katzenbuckel vorführen, den es zu bewundern gilt. Darauf mein großes Katzen-Ehrenwort!


Liebe Grüße vom Ypsilon.