Liebe Gäste,


unbedingt muss ich euch heute etwas ganz Lustiges erzählen:

 

In meiner Pubertät entwickle ich seltsame Angewohnheiten. Mein Freund Sascha kriegt einen großen Schreck, als er bemerkt, dass meine Schwanzspitze aussieht, als wäre diese von einem Barbier rasiert worden. Naja, einen guten Anteil vom Tag bin ich stets mit meiner Fellpflege beschäftigt und diese mache ich ausgiebig. Da kommt einfach alles dran. Ich rieche auch immer sehr gut, sagen meine beiden Freunde und stecken gelegentlich schnüffelnd ihre Nasen in mein Fell. Es nervt mich. Die müssen sich mal vorstellen, untereinander würden sie sich laufend beschnüffeln und ihre zwei Nasen zueinander halten. Außerdem ist das unhygienisch. Das weiß jedes Kind. Ich bin auch eines, nur mit 4 Füßen!

Die Menschen sagen doch sowieso oft: „Doppelt hält besser.“

Vielleicht bekommen deswegen manche Zwillingskinder?

Dann sind auch meine 4 Füße allemal praktischer als nur zwei.

 

Sascha ist nun ganz traurig wegen meiner Schwanzspitze und er denkt, ich sei sehr krank. Morgen will er mit mir zu „Onkel Asendorf“, dem Tier-Doc, fahren. Das ist für mich okay. Gar nicht gut ist allerdings, dass mein Freund sich so viele Sorgen macht. Er denkt darüber nach, ob ich „Parasiten“ im Fell beherberge oder eine Pilzkultur züchte oder, noch schlimmer, es am Futter liegt, das ich bekomme. Flöhe und Würmer lehne ich ab! Das sind keine Freunde, darum darf mein Freund mir auch in Abständen so Mittelchen dagegen geben, die ich tapfer ertrage. Nein, die Sache mit meinem Schwanz erklärt sich ganz einfach:

 

Es ist kein Sommer mehr und ich gehe nicht mehr so viele Stunden am Tage nach draußen. Manchmal ist es so kalt, dass ich einfach nicht mag. Drinnen wiederum ist derzeit was los bei uns, das sage ich euch …. !!! „Heimlichkeiten und Küchengeflüster“ nenne ich, was meine zwei Freunde im Dezember treiben. Wahrscheinlich ist ihnen auch langweilig ohne den Garten. Da wird nun gebacken, umgeräumt usw. Alles Sachen, die außer der Reihe sind. Ich weiß nicht, was das alles soll. Vielleicht will der Weihnachtsmann in diesem Jahr bei uns übernachten???

 

Kein Wunder, dass ich derzeit so hin und her gerissen bin, ob ich hier zu kurz komme oder noch die Hauptrolle in der Familie spiele. Darüber denke ich oft nach, meistens während der Zeit meiner Fellpflege und dann passiert es mir, dass ich mein schönes Schwanzfell nicht nur ablecke, sondern auch wirklich an den Haaren ziehe …

 

Heute sieht Sascha, was ich da treibe und mag es gar nicht. Das merke ich, als ich aufhöre und in meiner Wasserhyazinthenschale ausruhe. Mit nur einem offenen Auge sehe ich die Kummerfalten auf Sascha`s Stirn.

 

Steffi ist nicht da, also schmuse ich mich am besten bei meinem Freund wieder an. Zuerst eine Schreibtischrunde, dann eine in die Küche. Mein Hunger ist heute groß. Ich bin schon bei der 4. Assiette. Wahrscheinlich bekomme ich wieder einen „Wachstumsschub“. Dieses lange Wort kenne ich schon. Es wird verwendet, sobald ich zur „Power-Fresserin“ werde. Das geschieht so alle paar Monate. Ansonsten bin ich genügsam.

 

Wie die Menschen bekomme ich also auch so etwas wie „Herbst- und Winterdepressionen“. Logisch, meinem Fell fehlt die warme Sonne auch …

 

Trotzdem gebe ich Sascha nun mein großes Katzen-Ehrenwort:

 

Ich will nicht mehr an meinem Schwanz knabbern!

 

Seid getrost alle miteinander. Ich bin bald wieder fit. Nur das Nachwachsen meines Schwanzes zieht sich bestimmt sehr lange hin ...

 

Ein herzliches Winken vom Ypsilon ...