Hallo Freunde,

 

nach langer Zeit melde ich mich wieder. Das neue Jahr fängt ganz gut an. Doch zunächst möchte ich noch etwas vom alten Jahr erzählen. Es ist zuende, glücklicherweise. Der Winter bekommt mir nämlich gar nicht so gut. Ich bin viel mehr drinnen als draußen und merke, meine Laune ist oft auf dem Nullpunkt. Es fehlen mir die Frösche an Nachbars Weiher, die Katzenfreunde aus der Umgebung, die liebe Sonne und vor allem kann ich oft mein großes Geschäft wegen Bodenfrost nicht im Garten loswerden.

Dr. Asendorf hilft mir gelegentlich über Bauchbeschwerden hinweg. Es heißt, ich trage manchmal mit mir solche ganz kleinen Dinger herum, die durch meinen Kot krabbeln. Ich kann nichts feststellen, muss nun aber paar Tage eine Sache einnehmen, die ist weiß wie Milch, schmeckt aber nicht gut und wird mir morgens von meiner Freundin Steffi gegeben. Dann spucke ich gerne, aber es hilft nichts. Das Zeug muss ich schlucken. Es heißt, ich fange mir draußen diese kleinen Dinger ein, die durch meinen Kot krabbeln, z. B. beim Fressen von Raupen. Das kann stimmen, denn im Herbst bin ich häufig daran gewesen, ganz dicke Raupen zu fressen. Die sind oben dunkelgrün und von unten braun, ziemlich groß und sie schmecken mir. Nur die Galle fresse ich nie mit. Die lege ich meinem Freund Sascha vor die Haustür, damit er sieht, was ich fresse. Er räumt sie dann weg. Oft schüttelt Sascha den Kopf über mich und spricht mit dem Doktor darüber. Aber der sagt, dass man dagegen nichts machen kann, weil es eben meine Natur ist, solche Sachen zu fressen.

 

Nun ist gut, die kalte Zeit ist bald vorüber. Jetzt zwitschern draußen wieder die Vögel und ein paar Blumen in meinem Garten blühen schon eine ganze Weile: Schneeglöckchen höre ich morgens läuten und gelbe Krokusse leuchten so schön in der Sonne. Das mag ich. Da stehe ich wieder ganz zeitig auf, dass ich schnell in den Garten komme.

 

Allerdings sind wir gerade auch ein paar Tage lang weg gewesen von zuhause. Seitdem werde ich als Reisekatze sehr geschätzt. Bei meinem sensiblen Katzenschwanz … Ich schwöre euch: Das ist die wirkliche Wahrheit.

 

Es ist ganz einfach für mich. Meine beiden Freunde packen ihre Siebensachen und ich merke natürlich, was da abgeht. Die wollen weg. Also, ich erlaube es einfach nicht noch einmal. Mir reicht eine alte Erfahrung vom Vorjahr.

Da bin ich zwar nur eine Nacht gut versorgt allein zuhause gewesen, aber das geht gar nicht. Sascha weiß inzwischen sehr gut, dass ich nicht alleine bleiben mag. Ich trotze mit ihm sehr lange, sobald er sich ohne mich vom Acker macht. Darum verspricht er mir immer wieder, dass ich nun stets mitfahren darf, wenn er und Steffi verreisen. Freilich, die Beiden probieren so etwas auch gleich aus. Nach Sachsen zu fahren ist mir gut bekommen, ihr dürft das glauben.

Meinen Antrag aufs Mitfahren stelle ich ganz formlos, indem ich ohne mit einer Wimper zu zucken in meinen bereit gestellten Transportkorb steige, zur großen Verwunderung meiner beiden Freunde. Die Klappe zu und schon geht es los.

Ich sitze brav in diesem Kasten und lasse mich gern tragen.

 

Wir fahren mit dem Opel. In andere Autos steige ich nie ein, die sind gefährlich. Sascha erzählt es mir immer noch, obwohl ich längst eine erwachsene Katze bin. Jedenfalls ist die Fahrt nach Sachsen ziemlich lang - besonders, wenn Steffi unterwegs noch Halt macht, um in große Geschäfte zu gehen. Ich verstehe es nicht, aber Sascha kommt damit klar, dass unterwegs noch Shopping angesagt ist. Dann muss es auch mir recht sein. Also fahren wir bis nach Sachsen zirka fünf Stunden. Das ist schon hart, aber ich bin ganz brav. Immerhin gefällt es mir tausendmal besser, bei meinen Freunden zu sein, als alleine zuhause auf deren Wiederkommen zu warten. Ich sitze in meinem Transportkorb auf der Rückbank im Opel, mit Sicht nach vorne. Da sind solche Stäbe, an denen immer herum fummelt, wer gerade am Lenkrad sitzt. Viel sehen kann ich nicht, aber ich spüre, dass auf der einen Seite von meinem Transportkorb wahrscheinlich Sascha sitzt. Ich kann ihn riechen. Vielleicht liegt auch nur seine Jacke dort, doch das genügt mir, denn ist seine Jacke dabei, dann ist auch er in meiner Nähe. Auf der anderen Seite muss etwas von Steffi sein, vielleicht auch so ein Teil wie eine Jacke. Ich kann auch Steffi gut riechen. Schön ist das!

Irgendwo schwatzen die Beiden miteinander, das beruhigt mich sehr. Ich mag, wenn sie miteinander reden und herum albern. Dann geht es uns dreien sehr gut.

Das Geräusch vom Opel stört mich nicht. Es ist zwar laut, aber auch so intensiv, dass ich davon ungeheuer müde werde. Ich gähne oft und schlafe ein. Sascha meldet sich irgendwann bei mir und sagt: „Ypsilon, du musst noch ein bisschen warten.“ Dabei steckt er einen Finger durch die Klappe vom Transportkorb wie einen Gruß oder eine Streicheleinheit für mich. Okay, dann warte ich eben noch. Mein Bauch drückt, aber das will ich den beiden gar nicht sagen. Es ist so schön warm an meinem Platz und ich bin soooo müde … :hach:

Als Sascha sich wieder bei mir meldet, träume ich fast noch und höre, wie er spricht: „Jetzt sind wir gleich beim Frank.“ Hm, also zuhause sind wir offenbar nicht wieder und vom „Frank“ höre ich häufig Sascha mit Steffi reden.

Wir müssen also bald aus dem Opel raus, anders kann ich das nicht verstehen.

Kurz darauf ist es schon soweit. Ich weiß nun wieder, wer Frank ist. Das ist Sascha`s treuester Freund. Schaut mal in meine Bildergalerie. Mit Onkel Frank spiele ich ab und zu sogar „Phase 10“, wenn er bei uns in der Lüneburger Heide ist. Allerdings macht Frank sich gern rar, kommt nur selten, weil er in seinem Urlaub immer ins Ausland muss. 

 

 

 

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